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BeitragVerfasst: 23. Feb 2022, 14:53 
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Baubericht 1. Teil


Liebe Modellboard-Freunde,

höchste Zeit mal wieder ein (kleines) Projekt vorzustellen, deshalb möchte ich heute einen Baubericht starten, der eine kleine, reine Figuren-Vignette zum Thema hat, die ich eigentlich nur als Zwischendurch-Projekt zwischen zwei größeren gedacht hatte. Ausgangspunkt waren zwei Zinnfiguren, ein Reiter und ein Krieger zu Fuß, die ich vor über 20 Jahren auf der Duisburger Zinnfiguren-Messe ("DUZI") noch für zusammen 20 DM erworben hatte; allein an dieser Währungsangabe könnt Ihr schon ersehen, wie lange die beiden schon auf ihre Verarbeitung warten.
:blush-pfeif2


Das Vorbild

Als Vorbild soll mir dabei ein Gemälde eines meiner Lieblings-Illustratoren, Angus McBride, aus der Osprey Men-at-Arms-Serie, Heft Nr. 158 "Rome's Enemies (2): Gallic and British Celts" dienen, das sich hierin als Plate B findet:

Bild

Quellen: https://i.pinimg.com/originals/57/83/e1/5783e11c9e28d32bae45f37997b61f93.jpg
https://ro.pinterest.com/pin/302937512427065033/

Begonnen hatte ich die Vignette schon Ende 2020. Dass ich entgegen meinen Planungen immer noch nicht damit fertig bin, zeigt, was für ein langsamer Modellbauer ich bin. Inzwischen bin ich aber schon deutlich weiter als es die ersten Fotos dieses daher etwas retrograden BB's suggerieren, hinke mit letzterem also noch etwas hinterher und werde Euch nach und nach auf den heutigen Stand bringen.

Als Ausgangsmaterial dienten mir zwei Figuren von MEN AT ARMS COLLECTIONS (New Hope Design), die mittlerweile wohl schon an die 30 - 40 Jahre auf dem Buckel haben und die ziemlich genau den Reiter und etwas weniger genau den nach vorne gebeugten, rufenden Krieger aus dem Gemälde von McBride wiedergeben, nämlich

- MA0523 Mounted Gallic Warrior, 250 BC und
- MA0525 Gallic Warrior, 150 BC

sowie eine zusammen gescratchte Figur, bestehend aus einem nackten Unterkörper der "Adam und Eva Serie" in 1:32 von Preiser, einem beliebigen Oberkörperteil und einem Kopf, den ich in meiner Grabbelkiste noch von einem Römer der Fa. Cafe Storme übrig hatte, einem Kaffeehersteller, der seinen Kaffeebohnen je eine unbemalte, historische Figur aus silbrig grauem Hartplastik beifügte, und der sich aufgrund seiner Mimik gut für meine Zwecke eignete (auf dem nachfolgendem Foto in der Mitte):

Bild

Bei meinem Dio will ich mich ganz streng an das Originalbild von McBride halten und wollte dabei eigentlich eine kleine Geschichte erzählen nach dem Motto: gallische Krieger vom Stamm der Taurini (Tauriner) bereiten sich auf einen Überfall auf Hannibal's Alpenzug im Herbst des Jahres 218 v. Chr. vor. Angesichts der Zusammensetzung der auf dem Vorbild dargestellten Krieger hatte ich aber das ungute Gefühl, dass der Künstler bei der Bildkomposition möglicherweise 3 Gallier gemalt hat, die zeitlich und/oder räumlich vielleicht gar nicht so gut zusammenpassen. Ich hab deshalb im Vorfeld dieses BB's mit einem sehr versierten Kenner der alpinen Keltenstämme aus einem anderen Forum Kontakt aufgenommen.

Dieser war sehr hilfsbereit und hat mir freundlicherweise deutlich gemacht, dass sich die 3 auf dem Gemälde dargestellten Gallier angesichts der tatsächlichen archäologischen Befunde nicht gut in den von mir intendierten Zeitraum 218 v. Chr. hinein interpretieren ließen und in dieser gleichzeitigen Zusammenstellung eher hypothetisch seien. Darüber hinaus gab er mir noch einige Tipps zu Ausrüstungsdetails, auf die ich im weiteren Verlauf des Bauberichts noch eingehen werde.

Da ich aber auf jeden Fall das Original-Gemälde möglichst genau und ohne große Veränderungen nachbauen will, hab ich's dann für diesen Baubericht einfacherweise beim Titel "Gallische Krieger nach McBride, 54 mm (1:32)" belassen.

Zunächst galt es, den nackten Krieger in der Mitte im Eigenbau zu erstellen. Zwar gibt es im Netz eine sehr gut passende Figur von Del Prado zu erwerben, doch die Maßstabsangabe 1:30 hielt mich dann doch vom Kauf ab, da meine beiden Zinnfiguren den Maßstab 1:32 haben und ich in letzter Zeit allein mit Figuren in der gleichen Größe 1:32 (54 mm) schlechte Erfahrungen gemacht habe, da sie trotz angeblich gleichen Maßstabs größenmäßig überhaupt nicht zu einander passten. Immerhin konnten mir die im Netz gefundenen Bilder der Figur von Del Prado als willkommene Referenz für die korrekte Haltung meiner Figur dienen:

Bild
Bild
Bild

Quelle: https://www.collectisgirona.com/en/gaesatae-warrior-225-bc-roma-and-its-enemies-collection-del-prado-130-6671.html

Den Oberkörper des Galliers, eigentlich von einem Soldaten des Afrikakorps von Airfix, ersetzte ich durch ein zurecht geschnitztes Stück Holz, über das ich noch Milliput modellierte. Die Arme entstanden aus erwärmten und zurecht gebogenen Gießästen und Milliput, mit biegsamen Kupferdraht gestiftet, um beim rechten Arm die korrekte Armhaltung ausprobieren zu können, beim linken Arm zusätzlich für die Verbindung mit dem Schild. Letzterer entstand aus Tubenblech, auf der Vorderseite überzogen mit Isolierband (um später die beim Vorbild sichtbare Beschädigung des Überzugs nachstellen zu können), auf der Innenseite beklebt mit Papp-Streifen zur Darstellung der einzelnen Holzbretter, aus denen der Schild beim antiken Original zusammen geleimt wurde:

Bild Bild

Die Lanzenspitze wurde aus einem Stück Plastik-Sheet geschnitzt, während vom ursprünglichen Gesicht des ehemaligen Römers kaum noch etwas zu erkennen war. Bart, die lange Haarmähne und der Roßhaarbusch des Helms wurden aus Milliput modelliert, wobei der Helm selbst aus Milliput, Draht und Pappe für die Wangenklappen völlig neu aufgebaut wurde. Sein Gesicht sieht hier zugegebenermaßen noch recht gruselig aus ...
:wp-confused

Zwischenzeitlich hatte ich aus einer gut für meine kleine Szene passenden Holzschachtel eine Base erstellt, deren Dio-Grundfläche ich zunächst mit einer einfachen Geländematte aus dem Eisenbahn-Zubehör beklebt hatte. Bei einer Stellprobe mit dem Reiter sah das dann so aus:

Bild

Beim Reiter waren im Wesentlichen nur einige Details zu ergänzen bzw. zu korrigieren. Bei der Pferdemähne war ein fehlender Abschnitt noch mit Milliput zu ergänzen, zudem ein durch Paßungenauigkeit entstandener Spalt am Hals zu schließen. Außerdem gefiel mir beim Kopfzaumzeug des Zinnpferdes der Stirnbereich nicht. Auf dem Vorbild-Gemälde sieht man ein Stirnband, von dem goldfarbene Metallscheiben, vielleicht Münzen, sowie der vordere Haarschopf des Pferdes senkrecht herunter hängen, diesen Bereich musste ich mit Milliput bzw. Tubenblech neu erstellen. Des gleichen war auch die Haltung des Reiters selbst anzupassen. Das Pferd steht ja auf abschüssigem Gelände, so dass sich der Reiter auf dem Vorbildgemälde nach hinten lehnt, um aufrecht sitzen zu können. Hierfür war einfach nur der auf dem Gemälde nicht sichtbare, aber typisch gallische Hörnchensattel, der laut Wikipedia vermutlich von den pferde-affinen Kelten entwickelt und von den Römern für ihre Kavallerie übernommen wurde, entsprechend mit Milliput zu modellieren.

Beim Baufortschritt hielt ich immer das Vorbild-Gemälde im Auge, um möglichst große Übereinstimmung in der Wiedergabe des selben zu erreichen:

Bild


Wird fortgesetzt


LG - Uwe :gruen

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BeitragVerfasst: 23. Feb 2022, 17:38 
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Heißa, Uwe knetet wieder Figürchen.... :biggrin

Da zieh ich mir direkt mal ein Abo für die erste Reihe und schaue gespannt zu.

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BeitragVerfasst: 23. Feb 2022, 18:33 
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Schniedelalarm……… :lachtot

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..........Gruß..........
.........Roland.........


Ein Kleber, der nicht klebt, klebt nicht.


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BeitragVerfasst: 23. Feb 2022, 18:48 
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P.J hat geschrieben:
Heißa, Uwe knetet wieder Figürchen.... :biggrin

Da zieh ich mir direkt mal ein Abo für die erste Reihe und schaue gespannt zu.

Hallo Peter,

Du bist natürlich "very welcome".


Kleber hat geschrieben:
Schniedelalarm……… :lachtot

Hallo Roland,

ich war gerade dabei, diesen Beitrag diesbezüglich zu ergänzen, hat sich mit Deinem Beitrag überschnitten. Du hast natürlich recht - und bist mir natürlich genauso willkommen.
:wp-cool :biggrin


Hallo @Admins,

bei dem Original-Vorbild von McBride ist der zentrale Mittelpunkt des nackten Kelten aufgrund der 2-dimensionalen Bildperspektive "zufälligerweise" (?) verdeckt, was bei einer 3-dimensionalen Umsetzung der Szene naturgemäß nicht möglich ist. Da dieser Bereich auch noch mit Farbe versehen wird und dann - abhängig davon, wie mir die Umsetzung gelingt - mehr oder weniger natürlich aussehen wird, folgende Frage an die Forengemeinde bzw. Admins:

Verstoßen diesbezügliche künftige Work-in-Progress-Fotos gegen unsere "Forenregeln", insbesondere

- § 3 ("Pflichten als Forennutzer"), Nr. 1, 7. Spiegelstrich ( ... pornographische Inhalte ... ) bzw.
- § 4 ("Unerwünschte Inhalte"), 2. Satz sinngemäß ( Verstoß ... gegen ... die guten Sitten ... )

und soll ich das betreffende Teil in den Fotos entsprechend unkenntlich machen?

Liebe Leute, ernsthaft, ich bitte, diese Frage nicht als ironisch oder polemisch mißzuverstehen.
:wp-cool

LG - Uwe :gruen

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BeitragVerfasst: 23. Feb 2022, 20:37 
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Moin Uwe,

die Forenleitung ist der Ansicht, dass es sich hier wohl weniger um eine pornografische Darstellung handelt, als vielmehr um die künstlerische Darstellung eines historischen "Vorbilds".



Meine persönliche Meinung........
Über eine solche Kleinigkeit, maßstäblich betrachtet, sollte man wohl auch nicht unbedingt das puritanische Mäntelchen des Schweigens ausbreiten.....so dargestellt wie hier, hätte es ja auch wenig halt.

Beste Grüße

PS:
auch an unsere Freunde aus dem Modellboard. :anmachen :wink2


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BeitragVerfasst: 23. Feb 2022, 22:49 
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Eimerchen hat geschrieben:
... Über eine solche Kleinigkeit, maßstäblich betrachtet, sollte man wohl auch nicht unbedingt das puritanische Mäntelchen des Schweigens ausbreiten.....so dargestellt wie hier, hätte es ja auch wenig halt ...

Beste Grüße

PS:
auch an unsere Freunde aus dem Modellboard. :anmachen :wink2

Hi Jörg,

:lachtot
also das kann kaum einer so gut wie Du, alter Freund !!! Besten Dank für diesen positiv sowie treffend und humorvoll formulierten Bescheid.

LG - Uwe :gruen

PS: Modellboard liest doch 'eh schon mit, Gilde und Board sind in weiten Teilen ihrer Foren-Nutzer ziemlich kongruent
:wp-cool :biggrin

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BeitragVerfasst: 24. Feb 2022, 06:25 
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Wow da bin ich mit dabei hier :hecheln
(Nicht wegen des Schniedels wohl gemerkt :lachtot )


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BeitragVerfasst: 24. Feb 2022, 13:19 
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Moin Uwe,

ich hoffe ich ergattere noch einen Platz in Reihe 1, denn bei dem Projekt will ich möglichst nah dran sein! Das verspricht wieder modellbauerische "Unterhaltung" auf höchstem Niveau, wenn du Figuren schnitzt!

Der Anfang sieht super aus und lässt mich schon Staunen, was du alles schon umgesetzt hast und vor allem in welchem Detailgrad :Bingo

Auf dem Bild, auf dem der Nackedei einzeln zu sehen ist, wirkt der Kopf im Verhältnis zum Körper zu groß. Das letzte Bild im Beitrag zeigt aber, dass es dem Kamerawinkel geschuldet ist und die Proprotionen ganz wunderbar passen :Bingo

Der Bericht verspricht jetzt schon ein How- To für Figurenbashing zu werden und ist schon abgespeichert :wp-biggrin

Ich bin gespannt wie´s weitergeht!

_________________
Gruß
Sascha

See you on https://www.facebook.com/ModellschmiedeHaemelerwald/


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BeitragVerfasst: 25. Feb 2022, 00:46 
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Hallo Oliver und Sascha,

schön, dass Ihr dabei seid.
:biggrin

coporado hat geschrieben:
... Das verspricht wieder modellbauerische "Unterhaltung" auf höchstem Niveau, wenn du Figuren schnitzt! ... Der Anfang sieht super aus und lässt mich schon Staunen, was du alles schon umgesetzt hast und vor allem in welchem Detailgrad :Bingo ... Der Bericht verspricht jetzt schon ein How- To für Figurenbashing zu werden und ist schon abgespeichert :wp-biggrin
I'll (try to) do my very Best, um Deinen Erwartungen gerecht zu werden.
:wp-cool

LG - Uwe :gruen

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BeitragVerfasst: 25. Feb 2022, 17:13 
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Uwe B. hat geschrieben:
I'll (try to) do my very Best, um Deinen Erwartungen gerecht zu werden.


Moin Uwe,

das klingt so getrieben...das soll Modellbau auf keinen Fall sein! Ich find´s einfach spannend und klasse wenn du ganz nach deinem Gusto schnitzt, ganz ohne irgendwelche Erwartungen :Bingo

_________________
Gruß
Sascha

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BeitragVerfasst: 25. Feb 2022, 23:55 
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Oh sorry, mein Freund. So sollte es nicht klingen. Hatte mich halt unheimlich über Dein Lob gefreut. Da hab ich mich wohl unglücklich ausgedrückt.
:blush-pfeif2

LG - Uwe :gruen

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BeitragVerfasst: 1. Mär 2022, 15:08 
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Baubericht 2. Teil


Liebe Mit-Gildianer,

weiter geht’s mit dem leicht nach vorn gebeugten, rufenden Krieger. Ein Vergleich mit dem Vorbild aus McBride's Gemälde zeigt die Unzulänglichkeiten der Zinnfigur von Men-at-Arms auf, wobei man bei aller Kritik nicht vergessen sollte, dass die Figur bereits ca. 30 - 40 Jahre alt ist und heute deutlich detailliertere und schöner modellierte Figuren zur Verfügung stehen:

Bild

Quelle: Ausschnitt aus https://i.pinimg.com/564x/57/83/e1/5783e11c9e28d32bae45f37997b61f93.jpg

Hier zum Vergleich die ursprüngliche Zinnfigur:

Bild

Die Körperhaltung erschien mir einfach zu gerade. Der Helm entspricht nicht gut dem Gemäldevorbild und sitzt auch irgendwie komisch, schräg nach vorn gerutscht. Die Haare dürften bei der Kopfhaltung nicht so schräg nach hinten, sondern müßten senkrecht nach unten hängen. Aber am schlimmsten war, dass das linke Bein und dabei insbesondere der Unterschenkel im Verhältnis zum Oberkörper viel zu kurz war. Insgesamt hatte die Figur kaum Körperspannung.
:wp-neutral

Bild

An dieser Figur war also mit der Laubsäge einiges zu verändern. Ziel der "chirurgischen" Eingriffe an Hals, Rücken und linkem Unterschenkel war es, die Figur insgesamt mehr der Haltung der Vorbildfigur auf dem Gemälde von McBride anzugleichen. Hierfür musste das linke Bein etwas gebeugt werden, um durch anschließenden erhöhten Neuaufbau des Knies eine gefälligere Optik zu erzielen. Der Oberkörper sollte etwas vorgebeugt, der Kopf dafür wieder mehr in den Nacken gelegt werden - wie beim Vorbild. Der Helm war bezüglich seiner Form neu aufzubauen, außerdem sollte er gerader auf dem Kopf sitzen:

Bild

Das großen Lücken (hier am Rücken) wurden mit Molto Holz Fein-Spachtel ausgefüllt, das auch für den Aufbau der Helm-Kalotte verwendet wurde - siehe vorheriges Foto. Dieses Material hat den Vorteil, dass es ziemlich hart wird und sich gut schleifen lässt:

Bild

Die Füllstelle am Rücken ist mit einer Metallfeile bereits geschliffen und hat durch das intensive Verschleifen mit den angrenzenden Körperteilen aus Zinn dessen Farbe angenommen. Die quer zum Körper eingeschliffene Vertiefung gibt die neue Position des Gürtels wieder, der nun deutlich höher sitzt und somit natürlicher wirkende Körperproportionen ermöglichen sollte:

Bild

Die nunmehr fertig umgebaute Figur. Alle Lücken sind mit Molto Spachtel gefüllt und verschliffen, die Helmkalotte neu aufgebaut, der Schnauzbart mit Milliput etwas voluminöser gestaltet, außerdem wurde Tubenblech für den neuen Gürtel und den hinten frei hängenden Abschluss der Tunika angefügt. Der massive und relativ schwere Zinn-Schild des Kriegers neigte dazu, den linken Arm samt Schild angesichts seiner nach vorn gerichteten Haltung immer wieder nach unten rutschen zu lassen. Dieses Problemchen konnte durch 2 Stiftverbindungen des Schildarmes mit dem Körper leicht behoben werden, daher sind hier 2 Bohrlöcher sichtbar:

Bild

Der Mund wurde noch etwas aufgebohrt, Kinn, Kragen und Halspartie mit Milliput nachmodelliert:

Bild

Erste Stellprobe mit der umgebauten Figur und zum Abschluss der obligatorische Vergleich mit dem Vorbildgemälde:

Bild

Bild


Wird fortgesetzt


LG - Uwe :gruen

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BeitragVerfasst: 1. Mär 2022, 21:04 
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modellbaugilde.de Team
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Immerhin sind wir bei Teil 2 wieder in der Gilde angekommen! :anmachen :biggrin

Schon interessant, dass man selbst eine Zinnfigur so kolossal umbauen kann, Uwe. Bin gespannt mit welchen Materialien der Umbau dieser Figur fortgesetzt wird. :Bingo

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"Glück auf!"

Stefan


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BeitragVerfasst: 2. Mär 2022, 00:33 
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ValleDeVinales hat geschrieben:
Immerhin sind wir bei Teil 2 wieder in der Gilde angekommen! :anmachen :biggrin
Hallo Stefan,

tja!!! Das kommt davon, wenn man - wie ich, und manch anderer Gildianer auch - auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzt und seine Bauberichte fast gleichlautend bei verschiedenen Foren unterbringen will. Da wird viel an Text kopiert und an anderer Stelle wieder eingefügt, mit winzigen spezifischen Änderungen. Und ich alter Esel hab vergessen, ausgerechnet die Anrede in meinem ersten Beitrag zu überarbeiten. Falls es jemand noch nicht bemerkt hat, dort steht "Liebe Modellboard-Freunde".
:datz :datz :datz

Ich hab's noch nicht mal bei Jörg's Antwort und seinem "PS" gemerkt, sondern erst viel später. War nicht böse gemeint, sondern einfach ein Versehen, jetzt ist der ganze Baubericht von Anfang an im ..... Eimer!
:wp-sad

Deswegen, ändern kann ich's nicht mehr - fühlt Euch bitte im allerersten Beitrag mit "Liebe Freunde von der Modellbaugilde" angesprochen.
:wp-confused

ValleDeVinales hat geschrieben:
Schon interessant, dass man selbst eine Zinnfigur so kolossal umbauen kann, Uwe.
Danke, Stefan.

LG - Uwe :winken2

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BeitragVerfasst: 2. Mär 2022, 06:15 
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Moin Uwe,

das würde ich mich nie trauen eine Zinnfigur zu bearbeiten.
Allein der Gürtel ist eine Klasse für sich, ich sitze hier im Büro und staune :applaus


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BeitragVerfasst: 2. Mär 2022, 10:21 
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Olvar hat geschrieben:
Moin Uwe,

das würde ich mich nie trauen eine Zinnfigur zu bearbeiten.
Allein der Gürtel ist eine Klasse für sich, ich sitze hier im Büro und staune :applaus
Hallo Oliver,

bei so ' ner alten Figur in - nach heutigen Maßstäben - geringerer Qualität ist die Hemmschwelle nicht mehr so hoch, selbst bei Einsatz von Laubsäge, Metallfeile oder Holzspachtel.
:wp-cool

LG - Uwe :gruen

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BeitragVerfasst: 2. Mär 2022, 11:25 
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Mein Gott Uwe, was tust dir da auch an. :anmachen

Also das hat schon Züge von Masochismus. Kann ich aber soweit nachvollziehen, wenn keine passende Figur gibt,
nimmt das was man finden kann. Selbst wenn eine Weißmetallfigur ist.

Hier paar Bilder aus 2011 einer gelungen Hirntransplantation in 1/48. :biggrin

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

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Keep calm and build more model kits


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BeitragVerfasst: 2. Mär 2022, 11:39 
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afv-fan65 hat geschrieben:
Mein Gott Uwe, was tust dir auch an. :anmachen

Also das hat schon Züge von Masochismus. Kann ich aber soweit nachvollziehen, wenn keine passende Figur gibt,
nimmt das was man finden kann. Selbst wenn eine Weißmetallfigur ist.

Hier paar Bilder aus 2011 einer gelungen Hirntransplantation in 1/48
Hi Roy,

auweia - das nenne ich Gesichts- und Schädel-Chirurgie in höchster Vollendung. Schließlich hast Du ihm auch noch eine Nasen-OP verpasst und sie etwas breiter gemacht, neue Augen und Ohren, der ganze Hinterkopf ...

Dem fertig bemalten Vietcong oder Nordvietnamesen sieht man diese schweren Eingriffe jedenfalls nicht mehr an. Und der Maßstab hat das Ganze nicht leichter gemacht, Respekt!!!
:applaus :applaus :applaus

LG - Uwe :gruen

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BeitragVerfasst: 2. Mär 2022, 13:14 
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Moin Uwe,

einfach wunderbar dir bei den Umbauten zuzuschauen! Es scheint keine Rolle zu spielen, welches Material dir unter´s Messer kommt - die Umbauten sehen allesamt spitze aus :applaus :applaus :applaus

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Gruß
Sascha

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BeitragVerfasst: 2. Mär 2022, 13:59 
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Nee, ist nicht war.
Aus einem Flugzeugträgerdeckskameraden(?) hast Du einen Vietcong gemacht :hurra2


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